Checkliste zur Implementierung einer Beteiligungsapp

Wie kann eine App für Jugendliche in der Region ein unentbehrliches Tool werden, wenn sie auf der Suche nach ihren Themen, Orten, Veranstaltungen, Informationen und Mitbestimmung sind? Wie kann mit einer App ein Angebot und eine starke Community für Jugendliche entstehen, mit der sie sich identifizieren können?

Die folgende Checkliste differenziert die aus dem Projekt gewonnenen Handlungsempfehlungen und unterstützt den Implementierungsprozess einer Beteiligungsapp.

Es ist wichtig, der Implementierung einer Jugendapp Zeit zu geben, damit ein gemeinsames Ziel, mögliche Ressourcen und eine klare Strategie für die Umsetzung im Vorfeld abgeklärt werden können. Auf dieser Basis können dann weitere Schritte und eine gemeinsame Planung erfolgen.

  • Was bedeutet Jugendarbeit in unserer Region?
  • Welche Angebote gibt es?
  • Welche Akteur*innen können sich bei einer Jugendapp beteiligen? (Städte, Gemeinden, öffentliche/freie Träger, Stiftungen, Jugendgremien, Jugendeinrichtungen, Schulen, Jugendliche etc.)
  • Welche Funktion haben die Akteur*innen im Prozess?
  • Welche Person(en) können den Prozess kontinuierlich begleiten? (s. u.)
  • Wie werden die Jugendlichen/jungen Menschen erreicht?
  • Welchen Mehrwert bietet eine App?
  • Wie kann dieser Mehrwert dauerhaft gesichert werden?
  • Welche personellen und finanziellen Ressourcen werden für die Entwicklungsphase, die Implementierung und langfristig gebraucht und wie können sie zur Verfügung gestellt werden?
  • Wie könnte die Strategie zur Implementierung und nachhaltigen Nutzung der App aussehen?
  • Ist eine App das richtige Werkzeug für eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Region?

Es ist wichtig, möglichst viele Fachkräfte, Jugendliche/junge Menschen und Entscheidungsträger*innen in der Region zu begeistern, denn nur so wird die App angenommen und erfolgreich. Dafür muss auf verschiedenen Ebenen kommuniziert werden, um Bedenken auszuräumen, einen konstruktiven Austausch zu fördern, Unterstützer*innen und Nutzer*innen zu finden sowie die App bekannt zu machen. Der Mehrwert der App muss für alle sichtbar und erlebbar sein.

  • Wie kann der Mehrwert der App klar und transparent kommuniziert werden?
  • Welche Kommunikationskanäle können für die unterschiedlichen Zielgruppen und Zwecke genutzt werden?
  • Welche Projekt-Updates müssen kommuniziert werden?

Es ist wichtig, dass der Content der App immer auf dem neuesten Stand und für die Jugendlichen/jungen Menschen attraktiv ist. Damit dies gelingen kann, muss die redaktionelle Arbeit kontinuierlich, zielgruppengerecht und aktuell erstellt und eingepflegt werden.

  • Welche Altersgruppen sollen angesprochen werden?
  • Welche regionalen/lokalen Themen sind für Jugendliche/junge Menschen interessant?
  • Welche (jugendlichen) Akteur*innen liefern Content?
  • Wer erstellt die Texte?
  • Wie entsteht Glaubwürdigkeit und Authentizität?

Es ist wichtig, insbesondere in ländlichen Regionen, wo weniger Angebote/Strukturen für Jugendliche/junge Menschen vorhanden sind, auch Akteur*innen einzubinden, die sich nicht auf den ersten Blick anbieten. Daraus können unerwartete Kooperationen, Synergieeffekte und Netzwerke entstehen, die jungen Menschen neue und zusätzliche Räume eröffnen.

  • An welchen Orten halten sich Jugendliche/junge Menschen auf?
  • Wer hat im Umfeld auch mit Jugendlichen/jungen Menschen zu tun? (Vereine, Schulsozialarbeiter*innen, Jugendberatungsstellen, Musikschulen, Tanzschule, Stadtbibliotheken, Förderschulen, Streetworker*innen, Jugendmigrationsdienste, Künstler*innen)
  • Welche jugendlichen Multiplikator*innen gibt es in der Region?
  • Welche Ressourcen können gegenseitig zur Verfügung gestellt werden?

Die Themen, Bedürfnisse, Beteiligungswünsche und Erwartungshaltungen der Jugendlichen/jungen Menschen an eine App können sich immer wieder verändern.

Es ist daher wichtig, die Implementierung einer App als einen fortlaufenden Prozess zu verstehen, bei dem es auch zu Verzögerungen oder Rückschritten kommen kann  und überarbeitete Herangehensweisen dazugehören.

Siehe auch: Checkliste zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen der Landesregierung Brandenburg

3. März 2026