Medienbildung in ländlichen Räumen ist oft durch fehlende Technik und knappe Ressourcen eingeschränkt. Viele Jugendeinrichtungen in Brandenburg sind nur unzureichend ausgestattet, obwohl der Bedarf an zeitgemäßen digitalen Angeboten steigt. Die Medienboxen setzen hier an: Als mobiles, bedarfsorientiertes Angebot stellen sie aktuelle Medientechnik und pädagogische Konzepte bereit und ermöglichen so niedrigschwellige, flexible Medienbildungsarbeit vor Ort.
Vor Ort im Einsatz: Videostatements
In fünf Videostatements berichten pädagogische Fachkräfte aus Brandenburger Einrichtungen, wie sie die Medienboxen eingesetzt und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben. Sie äußern sich zum Stellenwert der Medienboxen für die Brandenburger Jugendarbeit und motivieren andere Einrichtungen, selbst eine der Medienboxen auszuprobieren.
Alle Statementgeber*innen sind sich einig, dass der Einsatz der ausgeliehenen Medienbox ihr Projekt bereichert hat. Mehr Kinder und Jugendliche können parallel arbeiten, sie brauchen kein eigenes Equipment und mit der bereitgestellten Medientechnik können zusätzliche bzw. neue Möglichkeiten bzw. Projekte angeboten und umgesetzt werden.
Rosalie Richter, die im Kinder- und Jugendtreff JUMP in der Gemeinde Niedergörsdorf arbeitet, hat gerade erst ihre medienpädagogische Zusatzqualifikation abgeschlossen. Sie ermutigt, keine Angst vor Medienprojekten zu haben, mit den Medienboxen einfach loszulegen und wie in ihrem Ferienprojekt die Unbefangenheit der Kinder und Jugendlichen im Umgang mit (neuer) Medientechnik einfach mit einzubinden.
Frank Thorhauer ist im Landkreis Oberspreewald-Lausitz bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) für den Bereich außerschulische Bildung, Nachhaltigkeit und Technik sowie für das Projekt der Makerkutsche verantwortlich. Für ihn sind ‘Trial and Error’ und YouTube-Tutorials gängige Strategien aus dem Makerbereich, die er auch für das gemeinsame Entdecken der Medienboxen mit Jugendlichen nutzt. Er regt eine Art Logbuch für die Medienboxen an, um Erfahrungen und Projektideen mit anderen Einrichtungen zu teilen, wie z. B. eine kreative Idee zum spielerischen Einsatz der VR-Brillen aus einem seiner Projekte.
Kristin Ehlert, eine erfahrene Medienpädagogin, die schon während der Beschaffungsphase die Medienboxen ausprobieren und Praxistipps beisteuern konnte, lobt die Zusammenstellung der Medientechnik in den Boxen, die nicht nur Basis-Equipment bieten, sondern auch ergänzende Produktionsmittel wie z. B. einen Greenscreen oder eine Filmklappe. Darüber hinaus findet sie die beigefügten Projektideen, die Tipps und Anregung geben, welche Projekte mit den Boxen umgesetzt werden können, gerade für Lehrer*innen oder Pädagog*innen sehr hilfreich.
Martin Schlimm hat sich in seiner Abschlussarbeit an der Clara Hoffbauer Fachhochschule mit dem Thema Medienpädagogik in ländlichen Räumen beschäftigt. Er weiß, auch durch seine Tätigkeit als Medienpädagoge in der integrierten Kindertagesbetreuung Ziesar-Görzke, dass es hilft, wenn Einrichtungen Technik bzw. Medienprojekte erst einmal testen und den Mehrwert erleben können, bevor sie die Entscheidung für eine Investition treffen.
Malte Zacharia, der im dualen Studiengang Soziale Arbeit und Medienpädagogik studiert und im Jugend- und Familienzentrum der Gemeinde Stahnsdorf im ClaB (Club an der Bäke) als Medienpädagoge arbeitet, betont, dass gerade Jugendliche in ländlichen Räumen mediale Zugänge brauchen und mit den Medienboxen auch dort die Möglichkeit entsteht, vielfältige Medienangebote umzusetzen, die dann vielleicht zu dauerhaften Projekten inspirieren.
Einfach einsatzbereit
Die neun Medienboxen bieten eine komplette, einsatzbereite medientechnische Ausstattung zu unterschiedlichen Themen wie Robotik, Trickfilm oder Gaming. Sie greifen aktuelle Medienentwicklungen und die Interessen von Kindern und Jugendlichen auf und enthalten pädagogisches Begleitmaterial mit Praxisideen und Anleitungen. Die Boxen können kostenlos ausgeliehen werden, sind wartungsfertig vorbereitet und ermöglichen auch ohne Vorerfahrung oder zusätzliches Personal einen niedrigschwelligen Einstieg in medienpädagogische Projekte.
Es funktioniert
Die Medienboxen werden stark nachgefragt und kommen in vielfältigen Projekten und Kontexten zum Einsatz – von Gaming Nights über Audio-, Trickfilm- und Videoprojekte bis hin zu schulischen Projektwochen, Ferienangeboten oder Abschlussarbeiten. Besonders gefragt sind die Boxen zu Virtual und Augmented Reality, gefolgt von Video- und Fotostudio, Gaming und eSport, Audio/Podcast, Trickfilm sowie Video mobil.
Medienboxen für morgen
Das Medienboxen-Konzept wird kontinuierlich weiterentwickelt und orientiert sich an aktuellen Techniktrends sowie an den Rückmeldungen der Ausleihenden. Ergänzt wurden pädagogische Methoden, Checklisten, eine Online-Verwaltungssoftware. Perspektivisch wird eine dezentrale Ausleihe im lmb-Netzwerk geprüft. Insgesamt ist die Resonanz sehr positiv: Die Medienboxen haben sich als flexible und wirkungsvolle Ressource für die medienpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Brandenburg etabliert.
Eine Bestandsaufnahme (Langfassung)
Hinweis: Zur beseren Lesbarkeit bitte vergrößern oder in der Bedienleiste unter „…“ herunterladen.
Zum Verleih
Weitere Informationen zu den Inhalten der Medienboxen sowie die Projektanleitungen und das Ausleihformular, finden Sie hier.