Gaming in der Jugendarbeit: Jugendmedienkultur verstehen, begleiten und gestalten
Controller in der Hand, interessierte Gesichter an den Stationen und dazwischen Gespräche über Lieblingsspiele und neue Methoden: Das jumblrjim Festival, das in Kooperation zwischen dem Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V. (lmb), der Stiftung SPI und dem Verein für Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. (JuSeV) entstand, machte erlebbar, wie lebendig und verbindend Gaming in der Kinder- und Jugendarbeit sein kann. Bei sommerlichem Wetter wurde gespielt, ausprobiert, diskutiert und gelacht – drinnen auf der Bühne und an den Stationen ebenso wie draußen beim Austausch in entspannter Atmosphäre.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie digitale Spiele Teilhabe fördern, Kreativität freisetzen und Gemeinschaft stärken können. Die Teilnehmenden konnten Gaming dabei nicht nur theoretisch betrachten, sondern vor allem selbst erfahren: neue Spielwelten entdecken, Methoden testen und darüber ins Gespräch kommen, welche Chancen Games für die pädagogische Praxis bieten.
Das Festival richtete sich an Fachkräfte der Jugendarbeit, die Gaming reflektiert und zeitgemäß in ihre Arbeit integrieren möchten. Neben praxisnahen Einblicken bot der Nachmittag vor allem Raum für Inspiration, Begegnung und Vernetzung – und zeigte eindrucksvoll, wie selbstverständlich Gaming heute zu den Lebenswelten junger Menschen gehört.
Videodokumentation zum Festival zur Bedeutung von Gaming in der Jugendarbeit
Die Kraft des Spielens
Zum Auftakt sorgte der inspirierende Input von Prof. Dr.-Ing. Fabian Hemmert (Uni Wuppertal) für neue Perspektiven auf die Kraft des Spielens. Eindrucksvoll wurde deutlich, welches Potenzial spielerische Ansätze entfalten können – besonders dann, wenn Neugier und Spaß im Mittelpunkt stehen. Ein Satz blieb dabei besonders im Kopf: „Brains run on fun!“ Die Botschaft dahinter zog sich spürbar durch den gesamten Nachmittag und inspirierte dazu, medienpädagogische Angebote künftig spielerischer zu gestalten.
Impulsvortrag
Quelle: lmbPraxisstationen
Im Anschluss konnten die Gäste an interaktiven Stationen selbst aktiv werden. Die praxisorientierten Angebote deckten ein breites Spektrum rund um Gaming und Medienbildung ab: von der Entwicklung eigener Spielcharaktere, digitaler Welten, Geschichten und Schnitzeljagden über inklusive Ansätze im Gaming bis hin zu Pixeldesign mit Bügelperlen und dem Aufbau eines Livestream-Setups. Auch internationale Perspektiven der Medienbildung fanden ihren Platz im Programm. An mehreren Stationen konnten außerdem virtuelle Adventures, Simulationen, Actionspiele etc. sowie klassische Brettspiele angespielt und gemeinsam ausprobiert werden.
Pixel Design mit Bügelperlen
Quelle: lmbTalks
Ergänzt wurden die interaktiven Stationen durch spannende Talks, die den Blick auf unterschiedliche Facetten digitaler Spielekultur erweiterten.
Lukas Galinski (INSTINCT3) gab Einblicke in den Arbeitsalltag einer Influencer-Marketing- und Kreativagentur und zeigte, wie eng Gaming, Social Media und digitale Jugendkultur heute miteinander verwoben sind. Florian Franke (JuSeV) und Matthias Micheel (IN VIA Berlin gGmbH) nahmen die Teilnehmenden mit hinter die Kulissen ihres Streamingkanals „die Alphawelle“ und machten erfahrbar, welche Rolle Community und digitale Präsenz für viele junge Menschen spielen.
Wie herausfordernd gleichzeitig eine verantwortungsvolle und gesetzeskonforme pädagogische Arbeit im digitalen Raum sein kann, wurde im dritten Fachimpuls mit Jessica Euler (Aktion Kinder- u. Jugendschutz Brandenburg e.V.) deutlich. Hier standen Fragen rund um Begleitung, Verantwortung und Orientierung im Mittelpunkt. Ergänzend dazu vermittelte die Expertin spannende Einblicke in die Arbeit der USK und erklärte anschaulich, warum Jugendmedienschutz und Alterskennzeichnungen wichtige Orientierungshilfen für pädagogische Fachkräfte, Eltern und Jugendliche sind.
Expert*innen-Talks
Quelle: lmbFIFA eSport Turnier
Parallel zu den Fachbeiträgen sorgte das FIFA-eSport Turnier für mitreißende Stimmung: Jugendliche aus verschiedenen Jugendeinrichtungen Brandenburgs traten gegeneinander an, feuerten sich an und erlebten eSport als Ort gemeinsamer Begeisterung. Besonders schön war die Freude darüber, gemeinsam Zeit mit anderen gamingbegeisterten Jugendlichen zu verbringen. Am Ende freuten sich die Gewinner*innen über einen Pokal und Wertgutscheine für ihre Einrichtungen – und alle über spannende Matches und echte Festivalatmosphäre.
Turnier-Teilnehmende
Quelle: lmbGaming-Nostalgie-Quiz
Zum Abschluss sorgte Charlotte Lohmann mit einem Gaming-Nostalgie-Quiz für einen unterhaltsamen Ausklang des Festivals. Mit Fragen rund um bekannte Spieleklassiker weckte das Quiz Erinnerungen und sorgte für gemeinsames Rätseln. Zwischen Aha-Momenten, Lachern und nostalgischen Erinnerungen wurde noch einmal deutlich, wie sehr Gaming Generationen verbindet und gemeinsame Erlebnisse schafft.
Das Festival zeigte eindrucksvoll, dass Gaming weit mehr ist als Freizeitbeschäftigung: Digitale Spiele schaffen Räume für Kreativität, Begegnung, Lernen und Beteiligung und bieten damit vielfältige Potenziale für eine zeitgemäße Jugendarbeit.
Abschlussquiz
Quelle: lmbVeranstaltungsbilder
Das jumblr Festival ist im Rahmen des jumblrjim Projektes in Kooperation mit dem Jugend-, Kultur-, Bildungs- und Bürgerzentrum „Offi“ in Bad Freienwalde in Trägerschaft der Stiftung SPI sowie Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. entstanden. jumblrjim wird gefördert durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS).


































